Die Spielbühne Schopfheim besteht seit 1982.
Seit mehr als 40 Jahren bringt sie nahezu jedes Jahr eine Produktion heraus. 34 Stücke hat sie seither aufgeführt.
Aufführungsort seit 1986 ist der Museumskeller Schopfheim.



Regisseure waren und sind

Reinhard Seiberlich
Klaus Dürrschnabel
Dieter Neuhaus
Wolfgang Dreiser
Michael Wenk
Hildegard Vierhuff
Sebastian Nübling
Wolfgang Künzel
Robert Linz
Birgit Kindler
Martina Nübling

 

Badische Zeitung  

28. Dezember 2022, Schopfheim


Text von Roswita Frey:
Die Schopfheimer Spielbühne gibt es nun schon seit 40 Jahren.

Vor 40 Jahren wurde die Spielbühne Schopfheim gegründet. 33 Stücke hat sie seither aufgeführt, von Shakespeare bis Dürrenmatt, von Ibsen bis Brecht.
Nahezu lückenlos liest sich die Chronik der Spielbühne Schopfheim, die seit ihrem Debüt im Herbst 1982 fast jedes Jahr eine neue Produktion herausgebracht hat. Klassiker wie Kleists „Der zerbrochene Krug“, Komödien wie Shakespeares „Viel Lärm um nichts“, Dramen, zeitkritische, gesellschaftspolitische und provokante Stücke standen auf dem Spielplan.

Gründerväter der Spielbühne sind die früheren Lehrer Reinhard Seiberlich und Klaus Dürrschnabel, die aus engagiertem Schultheater heraus die Idee hatten, eine Erwachsenen-Theatergruppe ins Leben zu rufen. In den ersten sieben Jahren führten Seiberlich und Dürrschnabel abwechselnd Regie. Mit „Ein Inspektor kommt“ von John Priestley feierte die Spielbühne im Herbst 1982 ihre Premiere im Musiksaal des Theodor-Heuss-Gymnasiums Schopfheim, wo in den Anfangsjahren die Proben und Aufführungen stattfanden.

Seit 1986 ist der Museumskeller fester Proben- und Spielort, mit einigen Jahren Unterbrechung wegen baulicher Brandschutzmaßnahmen. Als Einzige aus dem aktuellen Ensemble sind Schauspieler Gerhard Abt und Techniker Jochen Gräf seit der Gründung vor 40 Jahren dabei. Abt erinnert sich an eine spezielle Aufführung des absurden Einakters „Auf hoher See“ von Slawomir Mrozek 1984. Da spielten die Akteure auf einem Floß im Schwimmbad Maulburg, während das Publikum am Beckenrand saß.

Nach einigen Jahren brachte eine Mitspielerin, die inzwischen verstorbene Almuth Kern, die Idee auf, Gastregisseure zu engagieren. Der Erste war 1990 Dieter Neuhaus aus Freiburg, der die Eigenproduktion „Das waltzende Glück“ inszenierte, eine Collage aus Texten über Leben und Tod, Jugend und Alter. Mehrfach lud die Spielbühne danach weitere Theaterleute zum Regieführen ein. Als prominentester Gastregisseur arbeitete Sebastian Nübling aus Hausen mit der Spielbühne. Nübling brachte von 1997 bis 1999 mit der Schopfheimer Theatergruppe drei Stücke heraus: „Paraneuerdings“ von Friedhelm Kändler, „Der grüne Kakadu“ von Arthur Schnitzler und „Die Kleinbürgerhochzeit“ von Brecht.

2001 folgte Wolfgang Künzel mit seiner ersten Regie in „Gäste“ von Oliver Bukowski. Der freischaffende Theaterregisseur und Theaterpädagoge aus Schopfheim ist in den letzten Jahren zum „Hausregisseur“ geworden. Künzel hat 1983 als Darsteller bei der Spielbühne angefangen. Er kam über das Zeller Schultheater zur Spielbühne. Das Arbeiten mit verschiedenen Regisseurinnen und Regisseuren, die jeweils andere Handschriften, Stile, Methodik und Auseinandersetzungen mit Stücken einbringen, habe das Ensemble weitergebracht, meint Künzel dazu.

Alle Stücke werden gemeinsam ausgesucht

Die Stückauswahl trifft er mit dem Ensemble zusammen: „Die Darstellerinnen und Darsteller schlagen Stücke vor, bringen Ideen ein. Dann diskutieren wir, welches Stück uns interessiert. Es ist immer ein spannender Prozess.“ Ähnlich laufe es bei der Rollenverteilung. „Auch das ist eine gruppendynamische Entscheidung“, so Künzel. Er frage nach Wünschen und versuche, sie zu berücksichtigen. Da er die Gruppe schon sehr lange kenne, könne er abschätzen, welche Rolle zu wem passt. Dabei habe die Spielbühne den Anspruch, Stücke auszusuchen, die gesellschaftlich relevante, zeitkritische Themen aufwerfen. „Über Schenkelklopfer reden wir gar nicht erst“, so Künzel. Wenn schon eine Komödie, dann mit schauspielerischem und inhaltlichem Anspruch. Als herausragende Stücke sieht Künzel das menschlich abgründige Drama „Eine Familie“ von Tracy Letts, das auf einem Baugerüst spielte, und das Gerichtsdrama „Die zwölf Geschworenen“, bei dem die Akteure mitten im Raum an einem Tisch spielten. Spannend sei auch der Kändler-Abend gewesen, bei dem Bühnenautor Friedhelm Kändler eine Aufführung besuchte.

Aktuell setzt sich die Spielbühne aus der Stammgruppe der letzten Jahre zu- sammen: Gerhard Abt, Magda Brase, Susanne Kita, Marianne Tittel, Hermann Tittel sowie Gabriele Steffler und Boris Heilscher. Das Ensemble holt für Produktionen auch gern mal frühere Mitspielerinnen und Mitspieler zurück, so wie jüngst Edith Ganter.

Als der Museumskeller wegen Brandschutzmaßnahmen nicht zur Verfügung stand, wurde auf der Heubühne in Enkenstein, im katholischen Gemeindehaus und im Haus der Stadtmusik gespielt, zu den Proben traf man sich in der Grundschule in Hausen. „Das war eine Herausforderung, weil wir uns immer auf neue Bühnensituationen einstellen mussten“, sagt Künzel. Das Ensemble ist froh, dass es nun wieder wie gewohnt im Museumskeller proben und spielen kann: „Im Museumskeller fühlen wir uns zu Hause.“

Was das Markenzeichen der Spielbühne ausmacht, erklärt Gerhard Abt: „Es ist der gute Teamgeist, den wir untereinander haben.“ Auch, dass die Stücke beim Publikum gut ankommen, sei ein Erfolgsfaktor. Die Spielbühne hat sich durch das hohe Niveau ihrer Aufführungen über die Stadt hinaus einen Namen gemacht. „Bei uns sitzt das Publikum nahe dran oder mittendrin im Geschehen.“

Derzeit sucht das Ensemble gerade sein neues Stück aus. Es kommt voraussichtlich im April und Mai 2023 auf die Bühne.


Südkurier

29. Dezember 2022, Schopfheim:

Text von Roswita Frey:
Spielbühne Schopfheim: Seit 40 Jahren Theater hautnah

Die Spielbühne feiert im Herbst 1982 ihr Debüt. Der Museumskeller ist heute fester Proben- und Spielort für das ambitionierte Ensemble ...

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